Nachtschlafend

Die Saison beginnt, die Boote kommen wieder aus der Halle und ins Wasser. Außer unseren auch Boote des Nachbarvereins und solche von Gästen, die sich uns angeschlossen haben, um ihe schwimmenden Untersätz ins Wasser zu befördern.

Der erste Teil

Am Freitag werden die Trailer mit den Booten darauf an der Ochtummündung bereitgestellt. Möglichst so, dass sie dann der Reihe nach unter den Kran gefahren werden können.

Der zweite Teil

Der gemeine Nordsee-Segler (homo navegans borealis) kennt das ja, dass die Tide die Besatzung ab und an zwingt, zu arg unchristlichen Zeiten aufzustehen. Dass die Saison mit solch einem Frühstart beginnt, ist dann aber doch eher ungewohnt.

Vom Kranplatz geht es mit den Booten in der Regel zur Steganlage des Vereins – wenn’s geht. Geht aber nur, wenn auch genug Wasser da ist. Wir haben ja hier ein Tidengewässer, mal ist Wasser da, mal auch nicht. Mal steht die Schleuse auf, mal auch nicht. Und zeitweise ist die Schleuse ganz geschlossen, weil einfach nicht genügend Wasser da ist.

So hat mittelbar der Mond, unmittelbar die Zeit des Tidenhochwassers dazu geführt, dass es dieses Jahr ziemlich früh los ging. Genau genommen sogar eine Stunde vor Dienstbeginn der Schleusenmannschaft. Bei der wir uns hiermit ausdrücklich bedanken.

Ablauf dann wie immer, nur früher am Tag und mit mehr Gästen. Und die Kombination von Tide und Dienstzeiten hat leider dazu geführt, dass uns etwas weniger Zeit zur Verfügung stand.

Die letzten mussten sich dann schleusen lassen.

Und einen hat dann leider die Tide gebissen. Sprich: Ungewollt Bekanntschaft mit der Sandbank hinter der Schleuse gemacht. Haben es aber wenigsten geschafft, rückwärts wieder runter zu kommen, rückwärts wieder auszuschleusen und in den tieferen Nachbarhafen zu fahren.

Der Chronist hat von der Brücke aus wild gestikulierend versucht, auf das Sandbank-Problem aufmerksam zu machen. (Kennt er aus eigener Erfahrung. Ganz links am Leitwerk gehts. Nur da! ) Da unten aber mehrere Motoren lärmten und alle mit den Leinen beschäftigt waren, hat’s keiner mitbekommen.

Merke: In der Schleuse Motor aus! Alle! Riecht auch besser.

Nach dem Ende der ganzen Aktion gab es Erbsensuppe, gekauft, für alle. Und Waffeln mit Puderzucker als Nachtisch, selbst gemacht von einigen Vereinsmitgliedern im einstelligen und ganz unteren zweistelligen Altersbereich. (Leider fehlt dem Chronisten hier das Bildmaterial. Wer von den geschätzten Mit-Mitgliedern da etwas hat, bitte her damit.)

(Das Wort „nachtschlafend“ gibt es wirklich, steht so im Duden. Auch wenn der semantische Zusammenhang ist, dass man eben NICHT schläft.)

Veröffentlicht am
Kategorisiert als Allgemein